Klima und Umwelt


Dr. Jenny Teufel

Führt intensive Tierhaltung zur Zerstörung der Natur?


In Kürze: Auf Dauer kann das durchaus passieren. Gründe sind unter anderem der große Flächenverbrauch für Vieh und Viehfutter, chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel, die in die Natur gelangen, und Monokulturen.
Die Produktion von Fleisch erfordert große Flächen – einerseits für den Ackerbau zur Futtergewinnung, andererseits als Weideland für die Tiere. Nicht selten geht dies auf Kosten von Wäldern und Moorflächen, die in Ackerland, Wiesen und Weiden umgewandelt werden.

Eine Untersuchung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hat ergeben, dass die Agrarproduktion auf Moorböden etwa 30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft verursacht – durch den Abbau von im Boden gespeichertem Kohlenstoff

Der World Wildlife Fund (WWF) hat mit seiner Studie „Fleisch frisst Land“ im Oktober 2011 ermittelt, dass die Deutschen eine Fläche von der Größe Österreichs benötigen, um ihren Hunger auf Fleisch zu befriedigen:

8,42 Millionen Hektar – das ist fast die Hälfte der Fläche, die insgesamt für die Ernährung der Deutschen gebraucht wird (18,8 Millionen Hektar). 

Um die Nachfrage nach Fleisch zu bedienen, importiert Deutschland für sein Vieh große Mengen Soja aus Südamerika – vor allem aus Argentinien und Brasilien.

Hierdurch kommt es in diesen Ländern zu direkten und indirekten Landnutzungsänderungen (z. B. Abholzung des Regenwalds für den Sojaanbau), die mit erheblichen Negativwirkungen hinsichtlich Klima-, Arten-, Gewässer- und Gesundheitsschutz einhergehen.

Doch Fleisch ist nicht gleich Fleisch.

Es macht einen Unterschied, ob das Fleisch herkömmlich oder nach ökologischen Grundsätzen erzeugt wird – das gilt nicht nur für das Wohler­gehen der Tiere, sondern gerade auch für die Umwelt.

Im Unterschied zur Massen- oder Intensivtier­haltung leistet die extensive Weidehaltung auf Flächen, die für den Ackerbau nicht oder schlecht geeignet sind, einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und des Erhalts alter Kulturlandschaf­ten. Ein Beispiel hierfür ist die Schafbe­weidung auf der Schwäbischen Alb. 

Die konventionelle Landwirtschaft holt durch den Anbau von Monokulturen oftmals das Maximum aus den Anbauflächen heraus – auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit. 

Konventionell arbeitende Bauern pflanzen oft nur eine Getreidesorte wie Mais als Futtermittel an und gönnen dem Acker keine Erholungspause in Form von Fruchtfolgen, wie es im Bio-Anbau üblich ist. Das laugt auf Dauer den Boden aus und führt zu Erosion.

Um dennoch hohe Erträge einfahren zu können, geben die Bauern Kunstdünger auf die Felder. Wird dieser ausgewaschen, gelangt er ins Grundwasser und belastet Flüsse, Seen und Meere. Hinzu kommen chemische Pflanzenschutzmittel. Sie sollen das Unkraut vom Getreide fernhalten, gelangen aber ebenfalls in die Natur.

Die ökologische Landwirtschaft schont Böden und Gewässer, indem sie ohne leicht lösliche mineralische Düngemittel und ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln auskommt. Biobauern pflanzen jedes Jahr eine andere Getreidesorte und erhalten so die Fruchtbarkeit des Bodens.

Der Ökoanbau erhält dadurch die Bodenfruchtbarkeit und trägt zur Erhaltung der Biodiversität bei.

Klima- und Umweltexpertin Dr. Jenny Teufel rät, nicht nur weniger, sondern auch besseres, auf nachhaltige Weise erzeugtes Fleisch zu essen, um die Belastung der Umwelt möglichst gering zu halten.

Sie empfiehlt Fleisch und Wurstwaren, die zumindest nach den Kriterien des EU-Biosiegels hergestellt wurden. Noch umweltschonender sei Fleisch, das die strengeren Kriterien der Bio-Anbauverbände erfüllt.

Die Anforderungen von z. B. Demeter, Bioland und Naturland gehen in vielen Punkten deutlich über die EG-Öko-Verordnung hinaus.

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