Tomate und Wein, das lass‘ sein


Bei Histaminunverträglichkeit gilt es, seine eigenen Toleranzgrenzen auszutesten

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[01-03-2018] Es gibt viele Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten - besonders präsent sind beispielsweise die bezüglich Laktose und Gluten. Eine weitere Unverträglichkeit ist die gegen Histamin, die Histaminose. Diese ist noch nicht allzu sehr bekannt und wird deshalb von Ärzten oft erst spät oder gar nicht diagnostiziert. Dabei leiden rund 20 Prozent der Menschen darunter (laut "Happy Healthy Food" von Nathalie Gleitman).

Und diese 20 Prozent müssen oftmals selbst herausfinden, was sie mit einer solchen Unverträglichkeit überhaupt noch essen dürfen und was nicht. Denn Histamin ist ein Botenstoff, der zum einen vom Körper selbst gebildet wird, aber auch beispielsweise im Wein oder in Tomaten vorkommt (siehe auch weiter unten, „Stichwort Histamin“).

Bei Menschen, die mit Histamin keine Probleme haben, wird dieser Botenstoff rasch von einem körpereigenen Enzym abgebaut. Manche Menschen besitzen jedoch – vereinfacht gesagt – nicht genug von diesem schützenden Enzym.

Diese Lebensmittel enthalten Histamin


Das Gemeine daran ist: Histamin kommt in den Lebensmitteln, die es enthalten, in unterschiedlich hoher Konzentration vor. Das bedeutet, ein histaminintoleranter Mensch kann von Lebensmittel A mehr essen, bevor er eine Reaktion verspürt, als vom Lebensmittel B.

Doch welche Lebensmittel enthalten überhaupt Histamin? Unter anderem diese hier:
  • Verschiedene Käsesorten
  • Rotwein, Champagner, Sekt, Bier
  • Rotweinessig
  • Fisch (zum Beispiel Thunfisch, Sardellen, Makrelen) und Meeresfrüchte
  • Rindfleisch
  • Wurstwaren
  • Gemüse wie Tomaten, Aubergine, Avocado, Spinat
  • Nüsse
  • Sauerkraut
  • Convenience Food
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Die Symptome sind vielfältig


Wer Histamin nicht verträgt, kann eine unglaublich große Palette an Symptomen durchleben – oder nur einen Teil davon. Auch können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Übliche Reaktionen sind Kopfschmerzen, Hautausschläge, Atem- und Magen-Darm-Beschwerden sowie Schlafprobleme. Im Herz-Kreislauf-System kann sich ebenfalls eine Histaminunverträglichkeit bemerkbar machen – beispielsweise mit Bluthochdruck, Blutdruckabfall oder Herzrasen.

Doch Obacht: Auch, wenn die Symptome allergischen Reaktionen ähneln, ist die Histaminunverträglichkeit keine Allergie!

Nathalie Gleitman: Aus der Not eine Tugend


Wer aus seiner Not eine Tugend gemacht hat, ist Nathalie Gleitman.
Die Bloggerin verträgt weder Histamin noch Gluten, und auch gegen eine Laktoseintoleranz ist sie nicht gefeit. Da auch sie, wie viele andere Betroffenen, vor der Frage stand: „Was darf ich dann überhaupt noch essen?“, beschloss sie, selbst Gerichte zu entwickeln, die sie verträgt.
So ist zunächst ihr Blog „Nathalie‘s Cuisine“ entstanden und später das Kochbuch „Happy Healthy Food“ (Becker Joest Volk Verlag), in dem sie über 100 Rezepte vorstellt. Die meisten davon sind histamin-, laktose- und glutenfrei und zudem vegetarisch, viele auch vegan.

Für Jedes-Essen-zählt.de hat Nathalie eigens die drei folgenden Rezepte entwickelt:

Quinoa-Pfanne
Amaranth-Riegel
Kokos-Tahin-Kekse

Persönliche Toleranzgrenze ausloten

 

Nathalies Tipp zu allen Gerichten und Zutaten: „Es gibt natürlich Richtlinien, was bei Histaminintoleranz verträglich ist und was nicht. Da es aber so viele Grauzonen gibt, ist es wichtig, dass auch jeder für sich selbst ausprobiert, was er verträgt und auch, wo die persönliche Toleranzgrenze liegt.“
Auch sie selbst probiert immer weiter aus – vor allem, weil durch ihre „Diät“ ihre Toleranzgrenzen wieder nach oben steigen. Daher ist es „wichtig, den Körper zu testen. Ob es wieder geht, denn es ist keine Sache, die ein Leben lang anhalten muss“.


Stichwort Histamin

 

Histamin ist ein Eiweißstoff und gehört damit zu den biogenen Aminen. Er wird von unserem Körper selbst produziert, kommt jedoch auch in gewissen Lebensmitteln vor. Dieser Eiweißstoff ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Abwehr von Entzündungsprozessen.

Für gewöhnlich baut der Körper Histamine schnell ab. Das körpereigene Enzym Diaminoxidase (DAO), das hauptsächlich in der Darmschleimhaut gebildet wird, ist dafür zuständig. Was aber ist bei Menschen, die unter einer Histaminunverträglichkeit leiden, anders?

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Drei davon sind diese hier:
 

  1. Die DAO-Aktivität wird gehemmt – dies kann sogar genetisch bedingt sein
     
  2. Darmprobleme können dazu führen, dass nicht genug DAO vorhanden ist
     
  3. Viele Medikamente können zu einer verstärkten Histaminausschüttung führen

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