Tierschutz


Ina Müller-Arnke

Brauchen wir eine Fleischsteuer?


In Kürze: Im Grunde ja - denn Produkte tierischen Ursprungs sollten den Preis besitzen, der ihren realen Kosten entspricht.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO verursacht die Viehwirtschaft rund ein Fünftel aller klimaschädlichen Gase – ebenso viel wie alle Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen. Sollte es also eine Art Ökosteuer für Fleisch geben, wie sie bei Benzin oder Strom schon seit Jahren üblich ist?
Die FAO ruft seit einiger Zeit dazu auf, denn sie hat bereits in ihrem Jahresbericht vom 18. Februar 2010 empfohlen, die Fleischproduktion zu besteuern. Warum? Damit die Kosten der Umweltverschmutzung durch die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern nicht länger von der Allgemeinheit, sondern von den Verursachern getragen werden.

Tierschutzverbände wie die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt und die Tierrechtsorganisation PETA schließen sich diesem Aufruf an und fordern die Bundesregierung zum Handeln auf. Vorstellbar wäre z. B. eine allgemeine Umlage, die auf alle tierischen Erzeugnisse erhoben wird und einen Fonds speist, der Tierschutz- und Umweltschutzmaßnahmen zugute­kommt. Zusätzlich fordern einige Tierschützer eine Anhebung des verminder­ten Mehrwertsteuersatzes auf 19 Prozent für Fleisch und tierische Produkte.

Doch ist die Fleischsteuer wirklich das geeignete Mittel, die Umwelt zu entlasten, den Tieren weniger Leid zuzufügen und die Menschen zu einer gesünderen Ernährung mit weniger Fleisch zu bewegen? 
Auf Seiten des Tierschutzes mehren sich skeptische Stimmen
. So würde teureres Bio-Fleisch, das unter besseren Bedingungen erzeugt wird, bei einer prozentualen Besteuerung stärker im Preis steigen als Billigfleisch aus dem Discounter. Und um die Steuer auszugleichen, könnte es sogar dazu kommen, dass viele Bauern die Produktion noch stärker auf Kosten der Tiere intensivieren.

Ina Müller-Arnke spricht sich für eine Erhöhung des Steuersatzes von Fleischprodukten aus der konventionellen Mast auf 19 Prozent aus:

„Das würde tierfreundlicheren Haltungssystemen einen immensen Schub geben. Im Moment wird der Preis von Tierprodukten wie Fleisch und Milch massiv durch Steuergelder gestützt. Viehbauern bekommen für ihre Erzeugnisse einen Mindestpreis bezahlt, der am freien Markt nicht erwirtschaftet werden kann. Zum Beispiel kostet uns jeder in Deutschland produzierte Liter Milch Steuergeld, selbst wenn wir ihn nicht kaufen. Billigware niedriger Qualität steht direkt im Preiskampf mit Waren hoher Qualität, weil eine ebenso konse­quente wie unmissverständliche Kennzeichnung und Kontrolle von Qualitätsstandards fehlt.

Es ist dringend an der Zeit, dass höhere Tierschutz-Standards und umweltschonende Landwirtschaft sich auch für die Landwirte rentieren und höhere Produktionskosten auch ohne Subventionen getragen werden können. Anstelle von wettbewerbsverzerrenden Aktionspreisen sollten Produkte tierischen Ursprungs immer einen der Kostenwahrheit entsprechenden Preis haben."

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